„Sicheres Geld“ vom 06.05.13 erklärt die durch Billiggeld in DAx und Dow Jones entstandene Blase

By | 9. Mai 2013

Liebe Sicheres Geld-Leser,

nie zuvor war die Diskrepanz zwischen der realwirtschaftlichen Entwicklung und dem Geschehen an den Aktienmärkten größer als heute. Die Frühindikatoren signalisieren sowohl für die USA als auch für Europa – und hier insbesondere auch für Deutschland – eine Abschwächung der ohnehin schwachen Wirtschaft. Dennoch haben die US-Weltleitbörse -und mit ihr jetzt auch der DAX -neue Rekordstände erreicht.

 

Diese inzwischen extrem gewordene Abkopplung der Börse von der Wirtschaft wird allgemein auf die ultra-expansive Geldpolitik zurückgeführt. Und vermutlich stimmt diese Erklärung auch. Allerdings gibt es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen steigenden Zentralbankbilanzsummen und steigenden Aktienkursen.

 

Spekulationsblasen – und damit haben wir es inzwischen tatsächlich schon wieder zu tun -benötigen zwar eine expansive Geldpolitik als notwendige Voraussetzung ihrer Entstehung. Aber normalerweise bedarf es zu ihrer Entstehung auch einer boomenden Wirtschaft.

 

Insofern ist die aktuelle Blase sehr ungewöhnlich. Denn sie basiert nicht auf Gier und gren-zenloser ökonomischer Zuversicht, sondern auf Zukunftsangst. Positiv ausgedrückt sprechen die Bullen davon, dass es in Zeiten der Nullzinspolitik einfach keine Alternative zur Aktie gebe -ganz gleich, wie die Bewertungsniveaus aussehen. Die etwas skeptischere Formulierung dieses Kaufarguments lautet, dass man mit der Aktie im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren weniger verlieren werde, sobald der Preis der Nullzinspolitikin Form hoher Geldentwertung fällig werden wird.

 

Diesen zweiten Gedanken halte ich prinzipiell für richtig. Allerdings waren Aktien – im Unterschied zu Edelmetallen -in der Vergangenheit kein guter Inflationsschutz. Warum? Weil große Teile der Bevölkerung in inflationären Zeiten verarmen. Inflationen vernichten Wohlstand in großem Stil. Sie schaffen ein Umfeld, in dem die Wirtschaft nicht florieren kann, sondern massiv ausgehöhlt wird. Deshalb waren Aktien am Ende großer Inflationen immer fundamental extrem günstig bewertet und nicht – wie derzeit – außerordentlich teuer.

 

Auch ungewöhnliche Blasen platzen: Die laufende Spekulationsblase mag zwar ungewöhnlich sein. Aber sie ist doch eine Spekula-tionsblase.